ARCHITEKTURFOTOGRAFIE BLOG

Blog rund um die Fotografie von Architektur und Immobilien.
Neben Making Ofs und Hintergrundwissen gibt es Tipps und Tutorials für die erfolgreiche Architekturfotografie.

Fotoprojekt Dänemark I

Ich hatte schon länger vor ein Fotoprojekt über skandinavische/dänische Architektur zu starten.
Nun kam ja leider erstmal Corona, der Lockdown und die Grenzschließung dazwischen. Wie der Zufall es so will, hatte ich jedoch pünktlich zur Grenzöffnung ein Wohnmobil zur Verfügung. Was gibt es für eine bessere Art zu reisen und gleichzeitg Social Distancing zu betreiben, als in einem Wohnmobil?

Das befanden die dänischen Grenzer wohl auch so, nachdem Sie mich zwar rausgewunken haben, ich aber versicherte das Wohnmobil nicht zu verlassen. Naja, zumindest fast nicht. Denn immerhin wollte ich ja spannende Architektur fotografieren.

Für den ersten Trip hatte ich mir Wattenmeerzentrum in Ribe an der Westküste rausgesucht. Ein super futuristischer Flachbau, komplett mit Reet gedeckt, der sich bemerkenswert in die Umgebung einfügt.

Vadehavscentret Dänemark Frontansicht

Vadehavscentret Dänemark

Ich hatte super Glück mit dem Wetter und dem Licht am frühen Morgen. Da es so windig war, wechselte das Wetter quasi minütlich zwischen Sonnenschein, Wolken und Starkregen. Quasi ein Traum für jeden Architekturfotografen, da man so viele unterschiedliche Lichtstimmungen und Wolkenkonstellationen fotografieren kann.

Making Of Wattenmeerzentrum

Wattenmeerzentrum Ribe wird fotografiert

Wie man hier schön sieht, musste ich trotz den kurzen 17mm am Tilt-Shift Objektiv ganz schön shiften, um das Gebäude vollständig drauf zu bekommen. Ein Schritt weiter nach hinten und der Himmel wäre von Ästen und Blättern komplett bedeckt.

Wohnmobil in Dänemark

Perfekter Begleiter für Architekturofografie

Als ich fotografierte, war ich um 4:15 Uhr komplett alleine auf dem Parkplatz vor dem Museum. So lässt es sich schön in Ruhe arbeiten. Ich habe mich dann natürlich noch einmal kurz aufs Ohr gelegt und wurde dann witzigerweise gegen 7 Uhr von Kindergeschrei geweckt und musste feststellen, dass der komplette Parkplatz mittlerweile voll war mit Autos und Schulklassen.

Pferde in Ribe

Vierbeinige Companions in Ribe

 

Dänemarks Schafe

Ein Besuch bei den Schafen darf nicht fehlen

 

Ich muss sagen, so ein Wohnmobil ist das perfekte Gefährt für einen Architekturfotografen. Man kann alle Technik mitnehmen und direkt vor dem Objekt parken, um zur richtigen Zeit und zum richtigen Licht vor Ort zu sein. Und sich nach getaner noch einmal hinlegen oder ein Spiegelei braten 😉

Teil II folgt.

Architekturfotografie – welches Objektiv?

Von Objektiven für die Architekturfotografie scheint eine besondere Magie auszugehen. Vermutlich ist es die Weitwinkelperspektive, welche Dinge ganz anders erscheinen lässt, als wir es von unserem menschlichen Auge, oder „normalen“ Kameras gewohnt sind.
Jedenfalls vergeht kaum ein Fototermin, wo nicht jemand interessiert nach meinem Objektiv fragt. Daher schauen wir uns mal an, welche Objektive und Besonderheiten es gibt.

Objektive für Architekturfotografie

1.) Was für Objektive brauchen wir?
2.) APS-C oder Vollformat? DSLR oder Spiegellos?
3.) Welche Marke?
4.) Objektive bis 500€
5.) Objektive bis 1000€
6.) Objektive ab 1000€
7.) Spezialobjektive für Profis (Tilt-Shift)
8.) Fazit

 Welches Objektiv eignet sich am besten für Architekturfotos?

Was für Objektive brauchen wir?

Eigentlich ist nur eine Sache entscheidend, es sollte sich um ein Weitwinkelobjektiv handeln!
Weitwinkelobjektive haben die Eigenschaft einen besonders weiten Blickwinkel einzufangen, was für riesige Gebäude, sprich Architektur sehr vorteilhaft ist.

Natürlich kann man auch mit „normalen“ Objektiven, oder sogar Teleobjektiven Architekturfotografie betreiben, nur muss dann der Abstand entsprechend groß sein. Und man Glück haben, dass sonst nichts im Wege steht.

Für eine gute Weitwinkelperspektive brauchen wir also eine besonders kurze Brennweite. An Vollformatkameras gilt alles kürzer als 24mm als Weitwinkel. Unterhalb von 17mm spricht man sogar vom Ultraweitwinkel!

Um das ganze für APS-C Kameras umzurechnen, teilt man einfach durch 1,6. So viel kleiner sind die Sensoren von APS-C Kameras nämlich im Vergleich zum Vollformat.
So ergibt sich z.B., aus 24mm ein 15mm Objektiv für APS-C Kameras. Und alles unterhalb von 10mm ist dann Ultraweitwinkel.

Wichtig ist weiterhin, dass das Objektiv nicht „verzeichnet“, sprich gerade Linien auch wirklich gerade abgebildet werden und nicht gekrümmt. Das ist bei günstigeren Objektiven leider oft der Fall.
Zum Glück lässt sich sowas mittlerweile gut in Photoshop/Lightroom korrigieren.

Je nachdem wie groß man seine Bilder drucken möchte, sollte man noch auf die Schärfe des Objektivs acht geben. Hier gilt aber grundsätzlich – je teurer, desto schärfer!

Andere Features wie Geschwindigkeit des Autofokus, besondere Lichtstärke etc. sind meiner Meinung nach völlig Zweitrangig, da es sich bei Architektur ja nicht um schnell bewegende Objekte handelt und man sowieso mit viel Ruhe, meist vom Stativ fotografiert.

APS-C oder Vollformat? DSLR oder Spiegellos?

Ich bin ganz ehrlich, das ist meiner Meinung nach ziemlich Wumpe. Na klar, Vollformat bietet immernoch die beste Qualität und den meisten Spielraum in der Nachbearbeitung. Ich kenne allerdings auch viele Kollegen, die mit einer APS-C Kamera Jobs machen, wenn die Bilder nur fürs Web erstellt werden. Der Hauptgrund für eine Vollformatkamera ist ja die bessere Möglichkeit mit der Tiefenschärfe zu spielen. Da wir in der Architekturfotografie aber ja meist alles scharf haben wollen, fällt dieser Faktor raus. Mittlerweile sind die modernen APS-C Kameras sehr gut und in den meisten Fällen wird man keinen Unterschied in der Bildqualität sehen. Allerdings gibt es gewisse Objektive, die nur an einer Vollformatkamera Sinn machen, mehr dazu unter Spezialobjektive. Ob APS-C oder Vollformat ist für mich somit nur eine Frage, „wieviel Kamera“ man in der Hand haben möchte, welches Budget man hat und ob man seinen Body noch für andere Fotogenres benutzt. Auch bei der Frage DSLR Kamera, oder spiegelloses System wird der Unterschied immer geringer. Ich bin zwar absolut kein Fan von digitalen Suchern und bevorzuge den klaren Blick durch den Spiegel, bei Architekturfotos schaue ich aber sowieso zu 99% auf das Display. Hier kann man die Komposition einfach besser beurteilen, sich allerlei Helferlein wie Histogram und Gitterlinien anzeigen lassen und muss sich nicht kompliziert hinter die Kamera klemmen, wenn Sie auf Bauchhöhe auf dem Stativ steht. Mit Klappdisplays geht das heutzutage ja viel einfacher. Ob das ganze nun per Liveview aus einer DSLR oder Mirrorless kommt, ist dabei ja egal.

Welche Marke?

Wahrscheinlich hat du dich sowieso schon auf eine Kameramarke festgelegt und suchst nun nur noch nach dem geeigneten Objektiv. Ich beschränke mich daher auf die 3 Top Player: Canon, Nikon und Sony, bzw. Objektive für diese Kameras. Andere Hersteller machen sicher auch gute Kameras, allerdings ist bei den Top 3 die Auswahl an Objektiven und Zubehör am besten, weswegen ich immer diese empfehle. Bleibt noch die Frage, ob man ein „natives“ Objektiv des Kameraherstellers nimmt, oder eines Drittherstellers wie Sigma, Tamron, Tokina, Samyang etc. Grundsätzlich kann man sagen, dass die (modernen) nativen Weitwinkelobjektive durchgehend gut und sehr hochwertig sind, aber dadurch auch Ihren Preis haben. Die Dritthersteller haben da eher noch einmal ein günstiges Objektiv am Start, wo man mit ein paar Abstrichen bares Geld sparen kann. Wie gesagt ist in der Architekturfotografie aber nicht jedes Feature dringend notwendig, sodass man auch gut mit einem Kompromiss leben kann.

Objektive bis 500€

Canon EF-S 10-18mm F4.5-5.6 STM
– APS-C Objektiv
– viel Weitwinkel für wenig Geld
– Qualität leider auch entsprechend
268€ auf Amazon

Sigma 10-20mm F3,5 HSM
– APS-C Objektiv
– gute Lichtstärke
– gutes Einstiegsobjektiv
Für Canon (339€), Nikon (372€) und Sony (gebraucht)

Tamron 17-35mm F2.8-4 OSD
– Vollformatobjektiv
– wertige Verarbeitung
– gute Lichtstärke
Für Canon (425€) und Nikon (425€)

Nikon 10-20mm F4.5-5.6 VR
– APS-C Objektiv
– sehr guter Preis
– Qualität nicht die beste
275€ auf Amazon

Tamron 10-24mm F3.5-4.5 HLD
– APS-C Objektiv
– gute Bildqualität
– wertige Verarbeitung
Für Canon (449€), Nikon (449€) und Sony (295€)

Meine Empfehlung:
Tamron 10-24mm für APS-C und Tamron 17-35mm als Einstieg in das Vollformat. Beide Objektive sind wertig verarbeitet, bieten gute Features und haben eine ordentliche Bildqualität.

Objektive bis 1000€

Canon 17-40mm F4.0
– Vollformatobjektiv
– sehr gutes Preis-/Leistungsverhältnis
– könnte etwas schärfer sein
620€ auf Amazon


Canon 10-22mm F3.5-4.5
– APS-C Objektiv
– etwas unmodern
– Qualität dennoch okay
519€ auf Amazon

Nikon 10-24mm F3.5-4.5
– APS-C Objektiv
– gute Qualität/Verarbeitung
– großer Zoombereich
829€ auf Amazon

Tamron 17-28mm F2.8 für Sony
– Vollformatobjektiv
– sehr gute Lichtstärke
– etwas kleiner Zoombereich
849€ auf Amazon

Sony SEL 10-18 F4.0
– APS-C Objektiv
– gewohnt hohe Sony Qualität
– sehr geringe Verzeichnung
659€ auf Amazon

Sony 16-35mm F4.0
– Vollformatobjektiv
– gute Verarbeitung
– Zeiss Linsen
949€ auf Amazon

Tamron 15-30mm F2.8
– Vollformatobjektiv
– gute Qualität und Verarbeitung
– sehr schön weitwinklig
Für Canon (999€), Nikon (999€) und Sony (779€)

Sigma 8-16mm F4,5-5,6
– APS-C Objektiv
– extremes Weitwinkel
– Verarbeitung und Qualität gut
Für Canon (549€), und Nikon (751€)

Meine Empfehlung: Das Canon 17-40mm ist DER Klassiker für Canon Fotografen. Ansonsten das tolle, aber teurere Tamron 15-30mm am Vollformat oder das Sigma 8-16mm für APS-C Kameras. bzw. Sony 10-18mm für Sony APS-C.

Objektive ab 1000€

Canon 16-35mm F4
– Vollformatobjektiv
– modernes Standard Weitwinkel
– sehr gute Qualität/Schärfe zum guten Preis
1019€ auf Amazon

Canon 16-35mm F2.8
– Vollformatobjektiv
– sehr gute Lichtstärke
– noch ein Ticken besser als die F4.0 Variante
2149€ auf Amazon

Canon 11-24mm F4.0
– Vollformatobjektiv
– weitestes Weitwinkel der Welt
– Qualität dennoch sehr gut
3239€ bei Calumet

Nikon 12-24mm F4.0
– APS-C Objektiv
– sehr gute Qualität
– sehr guter Autofokus
1006€ auf Amazon

Nikon 14-24mm F2.8
– Vollformatobjektiv
– sehr schön weitwinklig
– top Qualität
1499€ auf Amazon

Sony 12-24mm G-Master F4.0
– Vollformatobjektiv
– beeindruckendes Weitwinkel
– beste G-Master Qualität
1514€ auf Amazon

Sony 16-35 G-Master F2.8
– Vollformatobjektiv
– beste G-Master Qualität
– sehr gutes Standard Weitwinkel
2199€ auf Amazon

Sigma Art 12-24mm F4.0
– Vollformatobjektiv
– extremes Weitwinkel
– Abbildungsleistung dennoch sehr gut
Für Canon (1369€) und Nikon (1345€)

Sigma Art 14-24mm F2.8
– Vollformatobjektiv
– sehr schön weitwinklig
– hohe Qualität der Art-Serie
Für Canon (1289€), Nikon (1187€) und Sony (1449€)

Meine Empfehlung: Das Canon 16-35mm F4.0, Nikon 14-24mm F2.8 und Sony 16-35 F2.8 sind alles sehr solide Objektive und gehören eigentlich in die Tasche eines jeden Architekturfotografen.

Spezialobjektive Tilft-Shift

Tilt-Shift Objektive sind für die Architekturfotografie eigentlich unablässig, durch den hohen Preis allerdings fast nur bei Profis anzufinden. Durch einen eingebauten Mechanismus lässt sich der Bildausschnitt in alle Richtungen „verschieben“, ohne die Kamera neigen zu müssen. Dadurch verhindert man sogenannte stürzende Linien, wenn man die Kamera eigentlich nach oben neigen müsste, um ein Gebäude ganz drauf zu kriegen. Tilt-Shift Objektive werden ausschließlich für Vollformatkameras produziert, sind demnach aber auch an APS-C Kameras funktionsfähig.

Canon 24mm TS-E F3.5
– Must Have Objektiv für Archtitekturfotografen
– die 24mm Brennweite bilden einen sehr natürlichen Bildlook
– so gut wie keine Verzeichnung!
1798€ bei Calumet

Canon 17mm TS-E F4.0
– riesiger Bildkreis, um auch große Gebäude abbilden zu können
– extrem scharf
– etwas empfindlich durch das freiliegende Frontelement
1999€ bei Calumet

Nikon 24mm PC-E F3.5
– Must Have Objektiv für Architekturfotografen
– sehr hohe Bildqualität
– fast keine Verzeichnungen
1839€ bei Calumet

Nikon 19mm PC-E F4.0
– riesiger Bildkreis für weite Ausschnitte
– extreme Bildqualität
– durch freiliegendes Frontelement etwas empfindlich
3786€ bei Amazon

Samyang 24mm T/S F3.5
– „günstiger“ Einstieg in die Tilt-Shift Fotografie
– Bildqualität und Verzeichnung leider nicht optimal
– Fertigungsqualität wird oft bemängelt
Für Canon (779€), Nikon (899€) und Sony (795€)

Die Samyang Objektive werden auch unter dem Namen Walimex oder Rokinon vertrieben, sind aber mit diesen identisch.

Fazit

Okay, es gibt im Weitwinkelbereich echt viele Objektive für die Architekturfotografie. Je nach Budget sollte da für jeden etwas dabei sein. Man kann also schon für unter 300€ mit einem APS-C Ojektiv loslegen und gute Ergebnisse erzielen. So richtig interessant und wertig wird es dann meiner Meinung nach aber erst ab 500€ aufwärts.
Mir fällt immer wieder auf, dass Canon und Nikon für den Einsteigerbereich mehr Objektive im Angebot haben als Sony. Dafür aber auch in der Qualität Kompromisse eingehen. Bei Sony gibt es meist nur eine Variante des Objektives, die ist dann zwar sehr gut, aber auch entsprechend bepreist.

Die Vollformatobjektive von Canon, Nikon und Sony sind fast ausnahmslos ausgezeichnet und auch vom Preis her auf Profis ausgerichtet, die eine 2000-3000€ Investition relativ schnell wieder drin haben.

Ich habe mich nun fast ausschließlich auf Zoomobjektive (abgesehen von den Tilt-Shifts) konzentriert. Es gibt zwar natürlich auch günstige Festbrennweiten von z.B. Walimex, diese verzeichnen jedoch auch relativ heftig, weswegen ich sie nicht empfehle.
Außerdem merke ich immer wieder, wie praktisch es ist, wenn man mal 2-3mm rein- oder rauszoomen kann.

Ich hoffe du kannst dir hiermit einen kleinen Überblick verschaffen.

Lass mich in den Kommentaren gerne wissen, welches Objektiv dein Liebling ist, oder ob ich noch ein gutes Weitwinkelobjektiv vergessen habe!

Alex

P.S.: Bei den Links zu Amazon handelt es sich um Affiliatelinks, bei denen ich bei einem Kauf eine kleine Provision erhalte. Für dich entstehen dadurch keine Mehrkosten.

Mit dem NDR an der Leuphana Universität Lüneburg

Neulich fragte mich ein guter Freund, ob er mich einmal für den NDR mit der Kamera begleiten darf, um ein Portrait von dem Beruf des Architekturfotografen zu drehen.

Klar, warum nicht?
Die Kamera stört ja nicht, es ist bestimmt gute Werbung und das bisschen in die Kamera reden kriege ich auch noch hin, dachte ich mir.

Das einzige Manko dabei war „Wir müssten das morgen drehen. Hast du da einen Job?“

Hatte ich tatsächlich, allerdings für einen Neukunden, wo ich keine Kamera dabei haben wollte. Mist.

Eine Möglichkeit hatte ich jedoch noch, die Frage war nur, ob mein NDR Kumpel auch um 4 Uhr morgens aufstehen wollte für seinen Beitrag. Wollte er tatsächlich und so packten wir um 4:30 Uhr das Auto und fuhren durch den Elbtunnel Richtung Lüneburg.

Auf meiner Liste mit potentiellen Gebäuden fürs Portfolio war die Leuphana Universität mit dem Zusatz „Sonnenaufgang“ versehen, da die interessante Gebäudeseite Richtung Nordwesten zeigt und wir somit bei Sonnenaufgang ein schönes Streiflicht hätten.

Beim Einladen regnete es zwar noch ein bisschen, bis wir angekommen waren, hatten sich die Regenwolke jedoch schon in super fotogene Floccuswolken verwandelt.

Super witzig war es, dass ich jedes Foto ca. 10 mal für die Kamera machen musste, wobei diese natürlich im Bild war.

Architekturfoto mit Kameramann im Bild

Alle Einstellungen mussten natürlich von der Kamera aus verschiedenen Winkeln aufgenommen werden.

Und jedes mal muss natürlich konzentriert alles gecheckt und immer noch einmal durch den Sucher kontrolliert werden. Ein bisschen außerhalb der Komfortzone war es tatsächlich dann auch vor der NDR Kamera Fragen zur eigenen Arbeit beantworten zu müssen, wie z.B.:

„Warum muss man um 4 Uhr aufstehen für das Foto? Um 16 Uhr ist es doch auch hell?!“

Haben Sie einen eigenen Stil und wenn ja, wie würden Sie ihn beschreiben?“

„Wie wird man Architekturfotograf und können Sie den Beruf weiterempfehlen?“

Der Beitrag befindet sich noch im Schnitt beim NDR und kann dann hoffentlich bald veröffentlich werden.

Das war es eigentlich auch schon an „Making of“ zu diesem Foto. Das frühe Aufstehen und das schöne Licht zum Sonnenaufgang machen das Bild ja bereits zu 95% aus. In Photoshop habe ich dann lediglich noch ein bisschen die Kontraste angepasst und „aufgeräumt“, der Rest passte bereits.

Anbei noch ein paar Schnappschüsse von der Produktion.

Achja, ich bin übrigens auf Sony Kameras gewechselt und war somit mit folgendem Equipment unterwegs:

Sony A7III Vollformatkamera*
Canon 17mm Tilt-Shift*
Canon 24mm Tilt-Shift*
Canon 50mm 1.8*
Sigma Mount Converter MC-11 von Canon zu Sony E-Mount*

Die mit einem Sternchen (*) gekennzeichneten Links sind sogenannte Affiliatelinks vom Amazon Partnerprogramm. Das heißt, dass ich einen kleine Vergütung bekomme, wenn über diesen Link das Produkt bestellt werden sollte. Der Preis ändert sich dadurch nicht, Ihnen entstehen keine Mehrkosten.

Checkliste Immobilien Fototermin

Ich habe eine kleine Checkliste erstellt, welche vor jedem Termin zur Immobilienfotografie einmal beachtet werden sollte. Die Liste ist relativ lang und stellt sicherlich auch einen Tag Arbeit dar, der Aufwand lohnt sich aber definitiv. Oft müssen Immobilien 10.000, 20.000 oder sogar 50.000 Euro im Preis reduziert werden, um einen Käufer zu finden. Um dies zu vermeiden fangen wir ganz vorne an und bereiten alles für die perfekten Fotos vor!

Checkliste Immobilienfotografie als PDF Download.

Wegräumen Innen
[ ] persönliche Gegenstände, Unterlagen & Kleidung
[ ] Hygieneartikel (Taschentücher, Deos, Duschgels, Zahnbürsten, Klopapier)
[ ] Spielzeug
[ ] Besteck, Geschirr, Geschirrtücher
[ ] Putzutensilien
[ ] Kinderzeichnungen
[ ] Hundekörbchen, Katzenklo, Kratzbaum, Tierspielzeug
[ ] Ladekabel und Elektrogeräte wie Handys, Tablets, Laptops
[ ] persönliche Fotos, falls nicht gewünscht
[ ] Fernbedienungen
[ ] offen liegende Schuhe

Außen
[ ] Gartengeräte und Schläuche
[ ] Spielzeug
[ ] Baustoffe & Pflanzenerde
[ ] Rasen mähen
[ ] Dach von Moos befreien
[ ] Terasse/Balkon entgrünen und kärchern
[ ] Sichtbare Mülltonnen verstecken
[ ] Grill, Strandkorb etc. abdecken
[ ] Stühle und Liegen aufpolstern

Vorbereiten
[ ] Staub Saugen und Staub putzen (grob)
[ ] Fliesen putzen
[ ] Fenster putzen und Jalousien, Rollos, Vorhänge öffnen
[ ] Spüle entkalken
[ ] Kochflächen reinigen
[ ] Dusche abziehen und Fliesen/Fugen reinigen
[ ] Klorolle ordentlich, Toilettensitze unten
[ ] Betten machen, am besten mit Tagesdecke
[ ] Einfahrt und Carport frei machen
[ ] Frische Blumen sehen immer toll aus

Diese Liste versende ich vor jedem Fototermin und mache ausnahmslos gute Erfahrungen damit. Die meisten der von mir fotografierten Immobilien sind damit innerhalb weniger Wochen verkauft.

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Werbliche Architekturfotos im Meßmer Momentum

Hier mal wieder ein kleines Making Of eines Auftrags, der manchmal etwas knifflig war.

Als alter Teetrinker habe ich mich natürlich doppelt gefreut, als die Anfrage von Meßmer kam, ob ich nicht das Meßmer Momentum in der Hafencity fotografieren möchte.

Es ging zwar nicht um klassische Architekturfotografie, sondern eher um emotionale Werbemotive für die Webseite, Flyer etc.
Da ich aber super gerne mit authentischen Modellen arbeite und das Team super nett war, habe ich sofort zugesagt. Wir hatten ca. 15 Modelle aus dem Team von Meßmer, welche sich netterweise zur Verfügung gestellt haben. Gar nicht so einfach alle Modelle so zu koordinieren, dass alles mit einem Foto im Kasten ist.
Aufgrund von ständigem Sonne/Wolken Wechsel konnten wir nämlich nicht jedes Modell einzeln fotografieren. Da hätte beim zusammenbauen das Licht nicht gestimmt.

Schwierig war auch das Foto vom Teeshop, da wir hier vor den Öffnungszeiten fotografieren mussten. Gerade dann zog natürlich eine Regenfront durch und wir mussten ein bisschen tricksen. Was wir gemacht haben wird vielleicht aus den folgenden beiden Animationen ersichtlich:

Animation Architekturfotografie Photoshop

Bildbearbeitung in Photoshop

Making Of Meßmer MomentumMeßmer Momentum Shop

Shop Meßmer Momentum mit Besuchern

Meßmer Momentum Architekturfotografie

Gäste im Meßmer Momentum Interieurfoto

Teeschulung im Meßmer Momentum

Teeverkostung Foto Meßmer Momentum

Tee in Teewaage

Hamburg Hafencity mit Meßmer Momentum

Alles in allem ein super angenehmer Job mit vielen leckeren Tees und Tee-Cocktails (natürlich alkoholfrei) zwischendurch!

Frisch aus dem Druck…

… kommt die neue Broschüre für den Hamburger Bauträger „Hanseatische Bau Konzept“.
Die knapp 40 Seiten kommen aus der Mache von Julia Chiandone, welche die Werbeagentur „Kreativköpfe“ in Hamburg betreibt.

Ich durfte den Großteil der Bilder zusteuern und war so für ein paar Wochen in allen Ecken Hamburgs unterwegs, um einen Mix aus klassischen Architekturfotos, Detailshots und Drohnenaufnahmen zu fotografieren.

Das Ergebnis kann sich wirklich sehen lassen, hier ein paar Eindrücke:

Broschüre Architektur Stellingen
Novotel Suites Simens Hamburg
Architekturfotografie Seniorenresidenz
Polizeistation Wandsbek
Architekturfoto goldenes Haus Hamburg
Innenhof Architektur Hanseatische Bau Konzept
Gebäudefotografie Seniorenresidenz Grandweg
Vorderseite Broschüre Architekturfotografien

Hotelfotografie Europäischer Hof

In letzter Zeit bin ich immer mal wieder für diverse Hotels in Hamburg und Umgebung gebucht, um schöne Aufnahmen von Zimmern oder den Restaurants zu erstellen. Die Arbeit ist immer sehr angenehm, da alle Räume perfekt vorbereitet sind und auch das Lichtdesign meist sehr stimmig ist.

Neulich durfte ich im Hotel Europäischer Hof Hamburg fotografieren. Ein paar Ergebnisse möchte ich hier teilen.

Hotelfotografie Hamburg Zimmer

Architekturfotografie Bach Hotel

Hotelfotografie Zimmer

Wirtshaus Architektur Fotografie

Restaurant Architekturfoto

Restaurant Fotografie

Restaurant Europäischer Hof

Hotelfotografie Rezeption

Lobby Europäischer Hof Fotografie

Lobby Europäischer Hof

Hotelfotografie Rezeption

Immobilienfotografie bei Dämmerung

Immobilien bei Dämmerung noch besser aussehen lassen!

Aus einer aktuellen Arbeit für den Immobilienmakler Frank Hoffmann Immobilien aus Hamburg.
Bei diesem tollen Objekt in Henstedt-Ulzburg bei Hamburg sind wir ein paar neue Wege gegangen und haben für die Vermarktung auch ein Set von Außenfotos bei Dämmerung geschossen.

Solche Termine bedürfen genauer Planung und Vorbereitung, damit man zur richtigen Zeit vor Ort ist. Das Zeitfenster für die korrekte Belichtung beträgt lediglich 5-10 Minuten. In diesem Fall waren wir bis ca. 23 Uhr vor Ort, da der Termin knapp um die Sommersonnenwende lag.

Der Aufwand lohnt sich jedoch und ist eine tolle Möglichkeit mit dem „Hero Shot“ noch mehr herauszustechen und die vielfältigen Möglichkeiten der Immobilie darzustellen.

Immobilie bei Dämmerung fotografiert

Immobilie bei Dämmerung fotografiert

Immobilie bei Dämmerung fotografiert

Immobilie bei Dämmerung fotografiert

Immobilie bei Dämmerung fotografiert

Immobilie bei Dämmerung fotografiert

Immobilienfotografie Tipps – 3 Quicktipps für bessere Fotos

Oft werde ich gefragt, ob ich nicht ein paar Immobilienfotografie Tipps parat habe, ein paar Einstellungen, mit denen alles besser aussieht. Daher starte ich eine kleine Reihe mit Tipps für bessere Immobilienfotos

Immobilienfotografie Tipps für bessere Fotos

Wir konzentrieren uns heute auf 3 Basics:

Mit 3 einfachen Tipps gelingen Immobilienfotos gleich viel besser

Benutze ein Stativ!

Kein Architektur- oder Immobilienfotograf wird sein Haus jemals ohne ein Stativ verlassen!
Es sieht nicht nur professionell aus, sondern hat auch für Einsteiger immense Vorteile:

  1. Die Verwacklungsgefahr geht gleich null
  2. Die Bildkomposition lässt sich auf einem Stativ viel besser und genauer einstellen
  3. Du kannst an dunklen Tagen länger belichten
  4. Man sieht, dass du deine Arbeit und Fotos ernst nimmst

Natürlich nimmt ein Stativ ein wenig Platz weg und der Aufbau will gelernt sein, darüber sollte man jedoch hinweg sehen, wenn man sich weiter entwickeln möchte. Ohne ein solides Stativ wären selbst meine Bilder nur Schnappschüsse.

Als Einsteigermodell kann ich folgendes Stativ empfehlen:

Dörr Pro Black 3XL Foto Stativ

Achte beim Kauf vorallem darauf, dass das Stativ einfach und bequem zu bedienen ist und nicht über fummelige Schrauben eingestellt werden muss.

Bei der Arbeit vom Stativ hat man die Hände frei und kann trotzdem ganz in Ruhe das Bild einstellen.

Achte auf stürzende Linien!

Nichts schreit mehr „Ich habe keine Ahnung von Fotos!“ als stürzende vertikale Linien in einem Architektur/Immobilienfoto!

Warum ist das so und was sind stürzende Linien?

Unterbewusst und bewusst wissen wir, dass Mauern und vertikale Linien zu 99% senkrecht sind und nicht schief zulaufen. Ein Haus mit schiefen Mauern würde in der Regel zusammen fallen. Wir sind mittlerweile zwar so an krumme Fotos gewöhnt, dass wir wissen, dass das Haus nicht zusammen fällt. Es sieht jedoch sehr unprofessionell aus und suggeriert unterbewusst „Hier stimmt etwas nicht!“

Die Zeiten in denen Immobilien mit dem größtmöglichen Weitwinkel schief und krumm von oben nach unten, oder unten nach oben, fotografiert werden, sind lange vorbei!

Links ein Beispiel mit (fast minimal) stürzenden vertikalen Linien (die Linien laufen zusammen), rechts das harmonischere Bild mit korrekten Vertikalen (die Linien verlaufen parallel).

Aber wie erreicht man nun, dass alles gerade ist?

Ganz einfach, man achtet darauf, dass man die Kamera ungefähr in der Mitte des Raumes (von der Deckenhöhe aus gesehen) positioniert und weder nach vorne oder nach hinten kippt. Meist kann man noch ein wenig nach unten gehen, da die Decke weniger interessant ist, als die Einrichtung. Natürlich darf die Kamera auch nicht nach links oder rechts kippen.

Wie bekommt man das am besten hin? Genau: Mit einem Stativ!

Alternativ kann man auch mit z.B. Adobe Photoshop/Lightroom eine digitale Korrektur der stürzenden Linien durchführen, sollte man minimal daneben gelegen haben.

Licht an oder Licht aus?

Wenn es eine Frage gibt, die ich am häufigsten gestellt kriege, dann ist es diese. Hier gibt es kein Patentrezept, sondern es kommt immer auf die Situation vor Ort an. Du kannst dir jedoch merken:

Ist es dunkel, Lichter aus, ist es hell, Lichter an!

Das klingt erst einmal nach einem Widerspruch, ist es auch! Aber überlege mal:

Ein Bild, welches mit eingeschalteten Lichtern fotografiert wurde, vermittelt, dass es ganz schön dunkel sein muss in dem Raum. In der Regel wollen wir genau das nicht vermitteln. Der Trick ist, dass wir einfach alle Lichter aus lassen und vom Stativ aus länger belichten, um das natürliche Tageslicht länger einfallen zu lassen. Schon sieht auch alles lichtdurchflutet aus.

Wie man sieht, sieht es nicht nur heller aus, sondern auch der Weißabgleich ist viel harmonischer

Achte bei dem obigen Bild einmal auf die Farben. Im Bild mit eingeschalteten Lichtern haben wir viele Farbverläufe von blau, türkis bis orange im Vordergrund. Das kommt von der unterschiedlichen Farbtemperatur zwischen Glühlampe und Sonnenlicht. Dabei wissen wir doch alle, dass die Wände eigentlich weiß sein sollten. Lassen wir die Lichter aus, haben wir nur eine Lichtquelle und auch dieses Problem gelöst und die Wände sind wunderbar weiß.

Im Gegenzug bei einem wirklich hellen Raum, fällt der unterschiedliche Weißabgleich nicht so sehr ins Gewicht und zur ohnehin schon hellen Grundstimmung, bekommt man noch ein paar Highlights mit den strahlenden Leuchtkörpern.

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Ich hoffe ich konnte dir einige nützliche Tipps für Immobilienfotografie an die Hand geben! Lass mir gern einen Kommentar da, falls du noch Fragen oder Anmerkungen hast. Alternativ kannst du mir auch eine Mail schreiben, oder mir auf Facebook folgen.

Arbeit für Engel & Völkers via MyPhotoAgency

Zusammenarbeit mit dem großen deutschen Immobilienmakler Engel & Völkers, sowie über die federführende Agentur MyPhotoAgency aus Frankreich.
Fotografiert haben wir eine schöne, frisch gebaute Immobilie in Wedel, bei welcher auch eine Drohne für Luftbilder zum Einsatz kam.
Das zweite Objekt war etwas schwieriger zu fotografieren, da es leider bereits sehr regnerisch war. Mit den richtigen Kameraeinstellungen und ein paar Kniffen in Photoshop war aber auch das kein Problem.

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